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Guggeball 2008

Mit Trommeldonner eroberten die Piraten den Ball

STEINEN-HÖLLSTEIN (maj). Die Guggemusik Halli Galli ließ sich zum elfjährigen Bestehen in der Wiesentalhalle so richtig feiern. Die Handballabteilung des Steinener Turnvereins hatte mit der Bewirtung gut zu tun, die Gastguggen heizten bis zur Präsentation des neuen Halli-Galli-Häs den zahlreichen Gästen rhythmisch ein.

Eben hatten sie noch getanzt zu den Klängen der "Quattro Partyband" , die Hexen, Tschapatalpas, Clowns, Cowboys und allerlei bunte Gestalten. Plötzlich verstummt die Musik und es wird dunkel. Die Narren halten in der Bewegung inne und blicken sich fragend um. Gerade als man sich zur Raucherpause aufmachen will, geht auf dem Balkon der Wiesentalhalle ein Spot an. Oben stehen bedrohliche Gestalten im Dunkel: Piraten aus dem "Fluch der Karibik" lassen ein ohrenbetäubendes Donnern der Trommeln durch die Halle zittern. Die Narren im Erdgeschoss antworten mit Jubelgeschrei. In der Maske des Captain Jack halten die Halli-Galli-Gugger nach und nach Einzug auf der Bühne.

"Gute Stimmung machen und das auch zurückbekommen, das ist es, was das Spielen in einer Guggemusik ausmacht" , sagt Schriftführerin Stefanie Kiefer. Einmal pro Woche üben die Musiker, um für die drei Monate Fasnacht bestens gerüstet zu sein. Das mache laut Kiefer nicht jede Musik so, doch die 40 Aktiven der Halli-Galli-Gugge seien Laien und froh, sich so musikalisch weiterentwickeln zu können. "Der Großteil der Clique hat sein Instrument bei uns gelernt" . Wer nicht Noten lesen könne, bekomme das nötige Wissen durch das Zeigen der Griffe am Blasinstrument vermittelt. "Laienmusiker haben es zunehmend schwerer" , sagt Stefanie Kiefer und beschreibt einen Trend, der auch am Steinener Guggeball deutlich zu hören war. Anstatt von Kakophonie und dem sonst typischen Chaos von Tönen waren die Darbietungen der Zieefägge aus Efringen-Kirchen und von X-Treme aus Konstanz eher durch Perfektion und fast schon Harmonie gekennzeichnet. Einem Orchester gleich wechselten die Parts, experimentierten die Musiker mit Dynamik und Rhythmuswechseln und spielten sich durch die aktuellen Charts. Hie und da beinahe konzertant schön, anstatt fasnächtlich schräg. Doch auch zum Auftritt der Gastgeber wurde ausgelassen getanzt, ebenso wie zu den Klängen der Schlösslisymphoniker aus Inzlingen und den Tschapatalpas aus Domat/Ems (Schweiz).

Seit elf Jahren sind die Halli-Galli-Gründungsmitglieder Tanja Schweikert, Martin Grabinski, Daniela Grabinski und Tizian Puk mit dabei. Zusammen wollen sie auch in Zukunft vor allem gemeinsam Spaß haben an der Musik und an der Fasnacht.

(Badische Zeitung vom Montag, 14. Januar 2008)