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Mit Odin ins närrische Alter und in den Ruhrpott

Die Guggemusik Halli Galli wird elf und leistet sich ein neues Kostüm samt Maske / Die Narren fahren zum Karneval nach Dortmund

STEINEN (cof). Unsereins bekommt zum elften Geburtstag vielleicht ein Fahrrad. Bei der Guggemusik "Halli Galli" ist das natürlich anders. Zum närrischen Jubiläum schenken sich die Narren aus Steinen beim Guggeball am Samstag, 12. Januar, ein neues Kostüm samt Motto und reisen nach Dortmund zum Karneval.

Im Juli 1997 haben Herbert und Gabi Kropf mit damals 21 Personen die Halli Galli gegründet. Mittlerweile ist die Gruppe auf 40 Aktive angewachsen, darunter die Dortmunderin Tanja Ernst, die jedes Jahr zu Fasnacht anreist. "Wir sind schon gut herumgekommen" , sagt Schriftführerin Stefanie Kiefer. Die närrischen Steinener sind schon in Dortmund, Belgien und Frankreich aufgetreten, seit 2004 im Kostüm des nordischen Gottes Odin. "Wir werden das Kostüm für unsere Außenauftritte beibehalten" ,sagt Stefanie Kiefer. Zusätzlich kommt dann das neue Häs samt eigens für die Guggemusik angefertigte Maske dazu. Wie es aussehen wird, verrät sie nicht, nur so viel: "Es wird ganz anders."

In Steinen trifft man die Narren in ihrem Vereinsheim am Steinener Kreisel, das von innen besser aussieht als von außen, wie Stefanie Kiefer versichert. Nach einem Brandschaden haben die Mitglieder den vom FC Steinen-Höllstein gemieteten Schopf auf Vordermann gebracht und einen Gasofen sowie eine Küche eingebaut. Derzeit ist der Standort gesichert, das könnte sich mit dem Ausbau des Gewerbegebiets ändern. Fürs Proben eignet sich die Hütte besonders. "Wir haben nie Klagen wegen Lärmbelästigung" , sagt Stefanie Kiefer. Von Lärmbelästigung kann bei den musikalischen Beiträgen von Halli Galli eigentlich nicht die Rede sein. "Wir haben von Anfang an das Bestreben gehabt, musikalisch besser zu werden" , sagt Stefanie Kiefer. Das sei auch gelungen. Für diese Fasnachtssaison haben die Narren "Heaven is a Place On Earth" von Belinda Carlisle, "Mexiko" von den Böhsen Onkelz und einen neuen Einmarsch aus Carmina Burana einstudiert.

Halli Galli scheint neben dem närrischen noch einen anderen Zauber zu haben. 2007 gab es sage und schreibe drei Halli-Galli-Hochzeiten. Am närrischsten haben es Mike und Michaela Dreier gehalten. Sie haben am 11. 11. geheiratet — im Häs und mit Guggemusik.

(Badische Zeitung vom Samstag, 12. Januar 2008)